Expertentipp: Was versteht man unter Puppentherapie?

Joyk® Empathiepuppen  - auch für Senioren

Headerbild Puppentherapie
Gary



Die Methode der Puppentherapie bei Menschen mit Demenz von Dr. Gary Mitchell

Doktor der Pflegewissenschaft, Fachkrankenpfleger für Gerontopsychiatrie, Dozent an der Queen’s University Belfast (Nordirland)
und Autor von „Puppentherapie in der Demenzpflege: Evidenz & Praxis“



Was versteht man unter Puppentherapie?

Die Puppentherapie ist eine weltweit angewandte therapeutische Methode, um das Wohlbefinden von Menschen mit Demenz jeder Ausprägung zu verbessern und Stresssymptome zu lindern. Die Puppentherapie bietet vielfältige Aktivierungsmöglichkeiten: Sie nehmen die Puppe beispielsweise in den Arm, sprechen und kuscheln mit ihr, füttern sie oder ziehen sie an.

Bild1Welchen wesentlichen Nutzen bietet die Puppentherapie?

In der Demenzpflege wird die Puppentherapie mit einer Reihe positiver Wirkungen in Verbindung gebracht. Empirische Forschungen haben gezeigt, dass der Umgang mit den Puppen folgende Verbesserungen bewirken kann:

Verbesserte Kommunikation, da Menschen mit Demenz durch die Puppentherapie neue Impulse erhalten, sich zu äußern
Verbesserter Ernährungsstatus dank der potenziell positiven Auswirkungen der Puppentherapie auf das Erleben der Mahlzeiten
Verbessertes Sozialverhalten durch die gemeinsame Teilnahme an der Puppentherapie und den Austausch über die Puppen mit anderen Menschen 
Verringerung von aggressiven Tendenzen oder herausforderndem Verhalten aufgrund der Fokussierung der Aufmerksamkeit der Menschen mit Demenz und der potenziell beruhigenden Wirkung der Puppentherapie Bild2
Aus der Praxis gibt es Erfahrungsberichte darüber, dass eine Reduzierung von Psychopharmaka, nach ärztlicher Absprache, aufgrund der therapeutischen Wirkung der Puppen ermöglicht wurde. Dies resultiert daraus, dass die Beschäftigung mit den Empathiepuppen stimmungsaufhellende und antriebssteigernde Impulse vermitteln kann.
Im Umgang mit den Empathiepuppen wird die Selbsttätigkeit aktiviert. Die Bereitschaft zur Hygiene und Körperpflege wird angeregt. Da diese Tätigkeit auch mit den Puppen praktiziert wird, wird sie zur täglichen Routine.
  Gemeinsame Ruhe- und Einschlafrituale mit der Empathiepuppe führen zu einer merklichen Verbesserung der Schlafeigenschaften. Die Patienten fühlen sich nicht mehr allein, das Einschlafen gelingt schneller und der Schlaf wird ruhiger und tiefer.


Bild3Die Zahl der Menschen mit Demenz, die von der Puppentherapie profitieren, steigt weltweit. Welche konkreten  positiven Effekte die Puppentherapie hat, hängt von der jeweiligen Person ab, die mit Demenz lebt und lässt sich nicht genau vorhersagen. Wir wissen jedoch, dass die Puppentherapie über das Potenzial verfügt, das Leben von Menschen mit Demenz jeder Ausprägung grundlegend zu verbessern.








Fallbeispiel aus der Puppentherapie

Fallbeispiel1

Das folgende Fallbeispiel wurde aus Datenschutzgründen anonymisiert

Lola - eine 73-jährige Frau wurde nach einem Schlaganfall, eine Folge ihrer fortschreitenden vaskulären Demenz, ins Krankenhaus eingeliefert. Nach ihrem Schlaganfall war es für Lola sehr schwierig, mit ihrer Familie und den medizinischen Fachkräften zu kommunizieren. Lola wurde ihrer Puppe von einem Mitglied des Pflegepersonals im Krankenhaus vorgestellt. Die Puppe gab Lola ein Gefühl der Ruhe und Ausgeglichenheit. Sie benutzte die Puppe als Kanal, um während ihrer Genesung kreativ zu kommunizieren. Zum Beispiel zog Lola ihre Puppe oft aus, wenn sie Unterstützung brauchte um sich waschen zu lassen. Lola wickelte die Puppe in eine Decke, wenn sie müde war und schlafen wollte. Gelegentlich zeigte Lola auf den Kopf der Puppe und machte ein weinendes Gesicht um anzuzeigen, wann sie Schmerzen hatte und Medikamente brauchte.



Praxisberichte aus der Senioren- & Demenzbetreuung

Fall1

Susanne Seizinger - Betreuungskraft Altenheim

Die Empathiepuppen von Dusyma sind eine Bereicherung für meine Arbeit mit Menschen mit Demenz. Sie wirken als Zugang zu Personen, die verschlossen, depressiv oder in ihrer Demenz so weit fortgeschritten sind, dass sie mich nicht wahrnehmen wollen oder können. Die Puppen geben den Betroffenen Nähe, sie können sich wieder spüren und sind nicht mehr allein. In der Begegnung und dem Umgang mit den Empathiepuppen erleben die Demenz-Patienten wieder eine lebensnahe Aufgabenstellung und Herausforderung. Indem sie sich um diese neuen Aufgaben kümmern, fühlen sie sich wichtig und wertgeschätzt.

Das Leben wird mit neuer Sinnhaftigkeit angereichert, sie haben eine Aufgabe und sie sind wichtig, weil sie gebraucht werden. Die Empathiepuppen zaubern immer ein Lächeln auf die Gesichter der Menschen, denen sie begegnen, egal ob jung oder alt.





Fall2
Lina und Gabriella - Fachhändler für therapeutische Produkte, Italien

Blondes zerzaustes Haar, mollige Wangen, ein zart angedeutetes Lächeln, ein süßer Ausdruck.... es ist eine schöne Puppe! Für Anna ist es nicht nur eine Puppe - es ist Robertino. Anna kommt aus ihrem Zustand der Apathie heraus, sobald sie Robertino trifft: Sie kuschelt ihn, sie kümmert sich um ihn...., sie spricht mit ihm, sie umarmt ihn, indem sie sich Momente des wahren Wohlbefindens und der Freude schenkt. Anna lächelt endlich. Marina ist Annas Freundin und sie kümmert sich mit der gleichen Begeisterung um Robertino wie eine Tante um ihren Neffen. Die Momente, die sie mit ihm verbringt, immer unter der sorgfältigen Aufsicht von Anna, sind voller Küsse und Liebkosungen und Zusicherungen, dass seine Mutter „auf ihn acht gibt und ihn lieb hat“ und voller Sorgen „dass er mehr essen muss“. Welche Unterstützung können wir unseren Bewohnern anbieten? Um die Lebensqualität unserer Bewohner stetig zu verbessern, bzw. zu erhalten, wenden wir ein Betreuungsmodell an, das täglich angepasst wird und das die älteren Menschen in ihrem individuellen Krankheitsbild und persönlichen Zustand im Mittelpunkt sieht. Ihre Geschichte und ihre Bedürfnisse sind die Grundlage für individualisierte Maßnahmen und Betreuungsmethoden. Unser Bestreben ist die bestmögliche Aktivierung der körperlichen und geistigen Mobilität sowie der Versuch, ein Fortschreiten der Demenz einzudämmen. Ein Kind, hier eine Puppe, ist ein symbolisches Medium, das Emotionen weckt und um das man sich kümmern möchte. Das Halten der Puppe in den Armen und der Blick in die ausdrucksstarken Augen verursacht intensive Gefühle der Mitmenschlichkeit und setzt im Körper Endorphine frei. Diese Botenstoffe werden im Körper produziert und verbessern die positive Stimmung, die Gemütslage und sie aktivieren das Bedürfniss elbst fürsorglich aktiv zu sein. Dieses Bedürfnis nach fürsorglicher Handlung ermöglicht es den Menschen mit Demenz, Rastlosigkeit und Unruhe abzubauen und sich aus der Depression und Apathie herauszulösen.



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