Dusyma in der Grundschule

Verflixt und Zugelegt

Ganz schön „verflixt“, herauszufinden, welche Augenzahl mit dem Wilden Würfel gewürfelt wurde. Mithilfe von Kugeln und einem speziellen Legebrett können sich die Schülerinnen und Schüler hier spielerisch die Mengenerfassung erarbeiten. Zusätzlich bietet das Spiel noch weitere Varianten, bei denen man „verflixt“ aufpassen muss, die Teile so zu legen, dass das Brett ohne Lücken zugelegt wird. Mit viel Freude wird dabei die visuelle Wahrnehmung gefördert.

Verflixt und Zugelegt Anwendungsbild online bei DusymaDie Kinder können sich alleine oder in der Kleingruppe lange und ausdauernd mit dem abwechslungsreichen Spiel beschäftigen. Dabei werden mathematische Vorläuferkompetenzen entwickelt. Mitgeliefert wird eine ausführliche Spielanleitung mit vielen Spielvorschlägen und zusätzlichen Arbeits- und Kopiervorlagen.


Fertiges Arbeitsblatt zum Kennenlernen

Der Klick auf die folgende Abbildung führt Sie zu einem Arbeitsblatt, das in Zusammenarbeit mit Klett MINT entwickelt wurde. Sie können es gerne kopieren und im Unterricht verwenden.

Arbeitsblatt Verflixt und Zugelegt online bei DusymaEs eignet sich vor allem zum differenzierenden Einsatz im Unterricht. Kinder, die noch Probleme mit der räumlichen Vorstellung haben, können das Feld mit den Spielsteinen ausfüllen. Dabei haben sie die Möglichkeit, die einzelnen Formen anzufassen und durch aktives Handeln zu drehen und zu legen. Leistungsstarke Kinder können diese Handlungen im Kopf nachvollziehen (Kopfgeometrie). Das Arbeitsblatt erfordert von den Schülerinnen und Schülern, dass sie im Kopf die Raumlage der einzelnen Figuren nachvollziehen. Sie müssen Drehungen „mitdenken“ und sich vorstellen können, wie die einzelnen Figuren so ineinanderpassen, dass es zu keiner freien Fläche kommt.


Die visuelle Wahrnehmungsfähigkeit

Die Wahrnehmung räumlicher Beziehungen bezeichnet die Fähigkeit, den eigenen Standort im Raum und die räumlichen Beziehungen zwischen Objekten zu erkennen und zu verstehen. Räumlich gesehen ist jeder Mensch der Mittelpunkt seiner Welt und nimmt Gegenstände als hinter, vor, links, recht, über, unter sich etc. wahr. Auch die Lage von Gegenständen zueinander kann in Bezug gesetzt und hinsichtlich der Stellung zur eigenen Person wahrgenommen werden. Dabei gibt es immer drei mögliche Betrachtungsweisen:

  1. Die eigene Position zu den Dingen: „Ich stehe vor der Schule“
  2. Die Position der Dinge zueinander: „Der Bus steht neben der Schule“
  3. Die Position einer anderen Person: „Leo steht hinter der Schule“[1]


Zum Bereich der visuellen Wahrnehmung gehören verschiedene Kompetenzen wie die visuomotorische Koordination, die Figur-Grund-Wahrnehmung, die Wahrnehmungskonstanz, die Wahrnehmung räumlicher Beziehungen und das visuelle Gedächtnis. Beim Spiel Verflixt und zugeLegt wird insbesondere die Erfassung der Raumlage gefördert. Diese ermöglicht es, den eigenen Standort im Raum und die räumliche Beziehung zwischen Objekten zu erkennen und zu verstehen.

 

Entwicklung der visuellen Wahrnehmungsfähigkeit im Kindesalter

Babys und Kleinkinder lernen durch stetiges Ausprobieren und Wiederholen ihre visuelle Wahrnehmung und ihre Bewegungen aufeinander abzustimmen. Hier werden die Grundlagen für die Entwicklung des Raumgefühls gelegt. Die erste Raumerfahrung machen sie demnach an ihrem eigenen Leib, dies benötigt die Berührung ihres Körpers. Zu Beginn des zweiten Lebensjahres können die Kinder bereits einen Stift in die Hand nehmen und kritzeln. In den darauffolgenden Jahren entwickeln sie damit nach und nach die Fähigkeit, visuell Erfasstes auf einem Blatt Papier auszudrücken.[2] Die Entwicklung der visuellen Wahrnehmungsfähigkeit und des räumlichen Vorstellungsvermögens ist in dieser Phase noch anschauungsgebunden und bedarf der direkten Handhabung von Gegenständen. Ab dem Grundschulalter lässt dies nach. Die Kinder können mehr und mehr auch fremde Perspektiven einnehmen und verschiedene Sachverhalte miteinander kombinieren. Ihre Vorstellungskraft nimmt ständig weiter zu, dennoch ist sie zunächst auf Dinge begrenzt, die sie sich plastisch vor Augen führen können. Erst etwa ab dem 12. Lebensjahr verändert sich diese Kognition vom Konkreten zum logisch Abstrakten und die Schülerinnen und Schüler können sich mit Fragen und Problemen auseinandersetzen, die nichts mehr mit ihrer unmittelbaren Lebenswirklichkeit zu tun haben müssen.[3]

 

Vielfältige Förderung von Kompetenzen im Grundschulunterricht

Das Spiel Verflixt und zugeLegt fördert die visuelle Wahrnehmungsfähigkeit. Diese gehört thematisch zu den mathematischen Kompetenzen im Bereich Raum und Form (Geometrie). Das Teilgebiet der Geometrie weist einen sehr großen Alltagsbezug auf. Sie macht die Welt der Mathematik für die Kinder sichtbar und auf anschauliche Weise erfahrbar. Beim spielerischen Umgang mit dem Thema können Schülerinnen und Schüler grundlegende mathematische Vorgehensweisen wie das „systematische Probieren“ oder das „Entdecken von Strukturen“ erlernen.

In den KMK-Bildungsstandards finden die visuelle Wahrnehmungsfähigkeit und die Erfassung der Raumlage eine besondere Beachtung im Inhaltsfeld „Raum und Form“:

  • Über räumliches Vorstellungsvermögen verfügen,
  • räumliche Beziehungen erkennen, beschreiben und nutzen (Anordnungen, Wege, Pläne, Ansichten),
  • zwei- und dreidimensionale Darstellungen von Bauwerken zueinander in Beziehung setzen (nach Vorlage bauen, zu Bauten Baupläne erstellen).

 

Das Wichtigste zum Spiel Verflixt und ZugeLegt auf einen Blick

Mithilfe von Kugeln und einem speziellen Legebrett wird spielerisch die Mengenerfassung erarbeitet. In einer weiteren Spielvariante bestimmt man mit der gewürfelten Zahl, welches Holzteil in einen Rahmen eingelegt wird. Das Spiel beinhaltet eine ausführliche Spielanleitung mit Spielvorschlägen und zusätzlichen Arbeits- und Kopiervorlagen. Es lässt sich im Einzelspiel oder in der Kleingruppe gut einsetzen.

Inhalt/Material: Wilder Würfel aus Kunststoff, 16 Holzkugeln (8 rote, 8 blaue; Ø 3 cm), 52 Legeteile aus Holz, im Holzkasten (Maße: 23 cm x 23 cm x 8,5 cm) mit Schiebedeckel (als beidseitiges Spielfeld: Oberseite Legebrett, Unterseite Spielfeld mit 16 Vertiefungen), Raster-Folie, Spielanleitung mit Vorlagenseiten und Kopiervorlagen.

 

Autorin: Katharina Rinck, Lehrerin für Mathematik, Deutsch, Sachunterricht und Musik in einer dritten Klasse an der Grundschule in Herxheim, Lehrbeauftragte für ästhetische Bildung an der Uni in Landau in der Pfalz.

 

[1] Broschuere-Mathe_2014.pdf unter www.haus-der-kleinen-forscher.de

[2] Vgl. https://www.thieme.de/statics/dokumente/thieme/final/de/dokumente/tw_paediatrie/Entwicklungsdiagnostik_Kinderzeichnungen.pdf

[3] Broschuere-Mathe_2014.pdf unter www.haus-der-kleinen-forscher.de

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