Dusyma in der Grundschule

Kreatives und kooperatives Schreiben in der Grundschule mit dem Märchenerfinder

Schreibenlernen und die Entwicklung schriftsprachlicher Kompetenzen werden als Kulturtechniken in der Grundschule vermittelt. Der Märchenerfinder bietet eine Möglichkeit, dies mit Freude und Abwechslung im Unterricht zu fördern.

MärchenerfinderMärchen sind eine unterhaltende Erzählung, deren Inhalt frei erfunden und die weder zeitlich noch räumlich festgelegt ist. Sie sind von phantastischen, den Naturgesetzen widersprechenden Gestalten und Begebenheiten geprägt. Es gibt kaum ein Kind im Grundschulalter, das sich nicht von dieser Welt begeistern und mitreißen lässt. Durch die ansprechenden und liebevoll gestalteten Karten des Märchenerfinders werden die Schülerinnen und Schüler schrittweise zum kreativen Schreiben ermutigt und dabei begleitet.

 

 


Fertiges Arbeitsblatt zum Kennenlernen

Der Klick auf die Abbildung führt Sie zu einem Arbeitsblatt, das in Zusammenarbeit mit Klett MINT entwickelt wurde. Sie können es gerne kopieren und im Unterricht verwenden. Es dient als Wortspeicher für die Märchen, die die Kinder schreiben sollen.

Arbeitsblatt Märchenerfinder 

So funktioniert das Spiel

Zu Beginn sollten die Wörter auf dem Arbeitsblatt besprochen werden. Dafür sehen sich alle die Märchenbildkarten (für die Bereiche Personen, Gegenstände, Orte und Tiere) genauer an, damit später in der Gruppenphase klar ist, was die Abbildungen darstellen. Die restlichen Kästchen auf dem Arbeitsblatt dienen als Wortspeicher und Orientierung beim Schreiben.

Je nach Unterrichtssituation, Anzahl der zur Verfügung stehenden Märchenerfinder-Spiele und Alter der Kinder lässt sich das Arbeitsblatt in unterschiedlichen Varianten einsetzen:

Jede Gruppe verfügt über ein eigenes Spiel (mehrere Spiele pro Klasse verfügbar oder differenzierter Einsatz in nur einer Schreibgruppe): Die Kinder finden sich in Gruppen zu höchstens vier Personen zusammen. Jede Gruppe hat ein gemeinsames Schreibblatt, jedes Mitglied hat einen eigenen Stift und eine Kopie des Arbeitsblattes als Anregung. Die Spielenden sortieren die Karten nach Farben und legen diese verdeckt, mit der Farbseite nach oben, auf den Tisch. Sie einigen sich auf eine Anfangsformulierung für ihr Märchen bzw. ihre Geschichte. Das erste Kind würfelt und zieht einsprechend der Augenfarbe des Würfels eine Karte (Joker bei rosa und gelb). Kind 1 beginnt nun die Geschichte, indem es einen Satz zu dem Symbol auf der Karte (Person, Ort, Tier, Gegenstand) schreibt. Danach ist das nächste Gruppenmitglied an der Reihe. Kind 2 würfelt und setzt die Geschichte auf dem Schreibblatt fort. So schreibt jedes Kind jeweils einen Satz zum Fortgang des Märchens.

Einsatz für die ganze Klasse, wenn nur ein Spiel zur Verfügung steht: Mit der Klasse werden Gruppen wie oben gebildet. Nun kommt jedoch nicht der Würfel zum Einsatz, sondern die Kinder ziehen im Vorfeld eine bestimmte Anzahl an Karten verschiedener Farben und nehmen diese verdeckt mit an den Gruppentisch. Der Ablauf ist wie oben beschrieben, außer dass die Spielenden blind ziehen, anstatt zu würfeln. Beispiel: Bei 24 Schülerinnen und Schülern kommen 6 Gruppen zustande, diese müssen jeweils 4 Karten von dunkelblau, rot, orange und türkis ziehen.

 

Kreatives Schreiben in der Grundschule

Schreibenlernen gehört heute mehr denn je zu den zentralen Aufgaben des Sprachunterrichts in der Grundschule. Während dieses langen Entwicklungsprozesses sollen aus Schreibanfängern allmählich kompetente Schreiber gemacht werden, die sich schreibend verständigen können und ihre Kreativität entfalten. Alle Konzepte des kreativen Schreibens gehen davon aus, dass jeder Mensch ein kreatives Potenzial besitzt, das auch sprachliche Kreativität umfasst. Diese muss aber gefördert und geübt werden.

Zum eigentlichen Schreibprozess werden Schritte des Planens, Formulierens und Überarbeitens gerechnet, diese greifen ineinander und sind wiederholbar. In der Schreibdidaktik steht also nicht der fertige Text, sondern der hinführende Prozess im Mittelpunkt.

Das kreative Schreiben ist vom freien Schreiben abzugrenzen, bei dem Ort, Zeit, Thema und Form tatsächlich frei gewählt werden. „Kreativ“ bezieht sich auf die arrangierten oder angeleiteten Zugänge zum Schreiben, die den kreativen Prozess auslösen sollen. Kreatives Schreiben ist dabei durch den Anleitungs- und Anregungscharakter verschiedener Methoden, die Vielfalt der Schreibanlässe mit seinen individuellen Bedingungen und den kreativen Umgang mit sprachlichen und traditionellen Normen geprägt. Es stärkt dadurch die Schreibmotivation.

 

Die Verfahren des kreativen Schreibens können in sechs Gruppen unterteilt werden:

  • Assoziative Verfahren (z.B. Fantasiereisen, Schreiben zu Reizwörtern)
  • Schreibspiele (Geschichten erwürfeln, Wörtersäckchen)
  • Schreiben nach Vorgaben, Regeln und Mustern (Satzanfänge vorgeben, Elfchen)
  • Schreiben zu und nach (literarischen) Texten (Löchertexte, zu Ende schreiben)
  • Schreiben zu Stimuli (Bild, Musik)
  • Weiterschreiben an kreativen Texten (über den Rand hinaus schreiben, Rondell)[1]

 

Die Kinder haben im Umgang mit dem „Märchenerfinder“ die Möglichkeit, nach Vorgaben (Thema, Satzanfang) und zu Stimuli (Bilder) zu schreiben, außerdem handelt es sich bei der Würfelvariante um ein Schreibspiel.

Die Methode des kooperativen Schreibens

Kooperatives Lernen bedeutet, Kinder in Gruppen arbeiten zu lassen, die gemeinsam zu einem Ziel kommen wollen. Dabei soll jedem Kind eine individuelle Lernchance eröffnet und ihm gleichzeitig die Sicherheit und der Rückhalt der Gruppe gegeben werden. Es fördert daher neben den inhaltlichen Kompetenzen immer auch die sozialen Fähigkeiten der Kinder.

Ziel des kooperativen Lernens ist es, alle Schülerinnen und Schüler zu aktivieren. Damit die Kinder Handlungssicherheit haben, sollen die Inhalte klar strukturiert dargeboten werden. Basis ist das Unterrichtsprinzip Think – Pair - Share[2]. Der Lernprozess beginnt dabei immer mit Einzelarbeit, im zweiten Schritt erfolgt die Arbeit mit dem Partner oder der Kleingruppe, in der die Kinder ihr Wissen austauschen. Im dritten Schritt werden der Klasse die Ergebnisse präsentiert. Der besondere Vorteil von kooperativen Schreibanregungen liegt vor allem in der Unterstützungsmöglichkeit der Schülerinnen und Schüler in ihrem Schreibprozess. Die Gruppe kann den Mitgliedern an unterschiedlichen Stellen weiterhelfen, sodass jedes Kind in Bezug auf seine Schwächen Unterstützung erfährt.[3]

 

Das Produkt

Das Spiel „Märchenerfinder“ enthält ansprechend und kindgerecht illustrierte Märchenbildkarten aus Holz, die vielfältige Spiel- und Fördermöglichkeiten bieten. Kinder können eigene Geschichten und/oder Märchen erfinden oder traditionelle Märchen bearbeiten. Das Nacherzählen wird geübt und mithilfe der Märchenkarten unterstützt. Die Rückseiten der Bildkarten sind in vier verschiedenen Farben gebeizt, was die Zuordnung der Karten zu den Bereichen Personen, Orte, Dinge und Tiere ermöglicht (Farbcodierung).

Inhalt/Material: 56 Märchenbildkarten aus Holz (Maß je 15 cm x 10 cm), 1 Märchenwürfel (3,5 cm x 3,5 cm x 3,5 cm) aus Holz mit 6 unterschiedlich farbigen „Juwelen“ (Kunststoffsteinen), Spielanleitung in Holzbox (12 cm x 18 cm x 21 cm).

 

Autorin: Katharina Rinck, Lehrerin für Mathematik, Deutsch, Sachunterricht und Musik in einer vierten Klasse an der Grundschule in Herxheim, Lehrbeauftragte für ästhetische Bildung und Sachunterricht an der Uni in Landau in der Pfalz.

 

[1] Vgl. Böttcher, Ingrid (Hrsg.): Kreatives Schreiben, Cornelsen, 2012

[2] BRÜNING, Ludger; SAUM, Tobias: Erfolgreich unterrichten durch Kooperatives Lernen 1, Strategien zur Schüleraktivierung. NDS Verlagsgesellschaft, 2009, S. 17

[3] KLUTH, Judit; VON DER HALBEN, Sabine: Methodenschule kooperatives Lernen, Texte Schreiben, Klasse 3/4, Verlag an der Ruhr, 2013

*Preise inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten